Gedanken zum Jahresanfang 2017

Gedanken zum Jahreswechsel von Michael Ramsay

Freiheit vs. Sicherheit ?
Da ist es nun, das Jahr 2017! Traditionell begibt man sich auf einen Rückblick in das abgelaufene Jahr. War es erfolgreich? Wurden meine Erwartungen erfüllt? Habe ich meine Ziele erreicht? Sind alle in meinem familiären Umfeld gesund? Bin ich glücklich? Habe ich im vergangenen Jahr alles richtig entschieden? Muss ich oder möchte ich etwas für mein Leben verändern? Viele weitere Fragestellungen beschäftigen uns in dieser Zeit des Wandels.

Michael Ramsay

Michael Ramsay, Vorsitzender der GdP Kreisgruppe Hannover

Für viele von uns war die Zeit des Jahreswechsels zudem von den dienstlichen besonderen Belastungen in 2016 geprägt. Die allgemeine Terrorlage der letzten Monate, die Migrationseinsätze, der Besuch des scheidenden US- Präsidenten Barack Obama, der allwöchentliche Wahnsinn im Fussballreiseverkehr, der Sommerreiseverkehr auf den Flughäfen, die damit einhergehende Personalknappheit, zahlreiche Sonderlagen ohne zeitlichen Vorlauf, die OSZE- Konferenz in Hamburg, die Folgen und Auswirkungen des Anschlages auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin, die öffentlich diskutierten verschiedenen möglichen Bedrohungsszenarien unserer Gesellschaft, das allgemeine „Aufrüsten“ für die Sylvesternacht, etc.

Dies alles nach einem schwierigen Jahr für die Sicherheitsbehörden im Allgemeinen u.a. durch die Anschläge in München, Ansbach, Würzburg und natürlich auch für die Bundespolizei in Hannover.

Die Bundespolizeiinspektion Hannover rückte im Frühjahr durch den Angriff der damals 15 jährigen Schülerin Safia S. wieder einmal in den besonderen Focus der Medien. Nachträglich wurde bekannt, dass es der erste islamistisch motivierte Anschlag in der Bundesrepublik gewesen ist.

Die Tat an sich wird zur Zeit juristisch in Celle verhandelt.

Der parallel einberufene Untersuchungsausschuss des niedersächsischen Landtages hat sich in den vergangenen Monaten mit dem Ereignis, der Arbeit des Verfassungsschutzes und der Polizeien beschäftigt. Erwartungsgemäß werden wohl je nach politischem Blickwinkel erhebliche Versäumnisse festgestellt und Änderungen vorgenommen werden. Unserem dadurch verletzten Kollegen wird das nicht mehr hilfreich sein.

Welchen Weg gehen wir zukünftig? Welchen Weg geht unsere Gesellschaft? Welchen Beitrag leisten wir?

Als Gewerkschaft der Polizei leisten wir unseren Beitrag für unsere Mitglieder und unsere Behörde überwiegend durch die direkten Gespräche mit den politisch Verantwortlichen und deren Gremien. Ziel ist es, bestmögliche (Arbeits-)Voraussetzungen für unsere Beschäftigten zu erzielen. Weiterhin nehmen wir durch die GdP geführten Personalräte direkt Einfluss auf die Behördenorganisation und versuchen die Beschäftigten dort bestmöglich zu vertreten.

Dieses ist uns im abgelaufenen Jahr trotz schwieriger Vorgaben hervorragend gelungen. Ich möchte hier beispielhaft auf die Erhöhung der DuZ- Zulage, das gute Ergebnis bei der Tarif- und Besoldungsrunde und das erst kürzlich durch den Bundestag genehmigte Hebungsprogramm hinweisen.

Auch die Ausstattung mit einem 2ten Magazin wäre ohne den Druck durch die GdP nicht zustande gekommen. Hier sind die Direktionen jedoch noch zum Teil in der Beschaffungspflicht.

Zu den Personalratswahlen 2016 wurden uns im PR und GPR sowie auch in den zentralen Gremien des BPR und HPR mit großer Mehrheit das wiederholte Vertrauen ausgesprochen. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken. Gerade in der allgemeinen Situation muss sich unsere Gesellschaft auf eine funktionierende Polizei verlassen können. Und unsere Beschäftigten müssen sich ebenfalls auf funktionierende und kompetente Personalräte verlassen können.

Die Auftragsbücher für 2017 sind bereits gut gefüllt:

Beispielhaft seien hier erwähnt

• weitere personelle Verstärkung für die Bundespolizei
• Gewinnen von Fachkräften zur Entlastung der Beschäftigten
• Umsetzung des Hebungsprogrammes 2016 und damit einher gehenden Beförderungsmöglichkeiten
• Generieren von möglichst vielen Aufstiegsmöglichkeiten
• Erarbeiten von Lösungen für die Aus- und Fortbildung
• Steigerung der Berufszufriedenheit durch Verbesserung der Arbeitsbedingungen
• Verschärfung der Strafvorschriften zum Schutz der Beschäftigten
• Ausweitung von Maßnahmen zur Steigerung des Arbeitsschutzes

gdpwappenhannoverDie Herausforderungen an die Bundespolizei werden sich im neuen Jahr weiter erhöhen. Das Ende der Personalknappheit in allen Bereichen ist (noch) nicht in Sicht, vermutlich müssen wir durch bevorstehende Ruhestandsdaten mit einer weiteren Verschlechterung rechnen. Eine Entspannung der allgemeinen Sicherheitslage ist ebenfalls nicht zu erwarten. Jedoch steht uns mit Sicherheit aufgrund des bevorstehenden G 20- Gipfels im Juli viel Arbeit bevor.

Der Tagungsort in unmittelbarer Steinwurfweite des Schanzenviertels während der Sommerferien in zahlreichen Bundesländern zeugt nicht von planerischer Weitsicht oder sozialer „Wärme“ der politisch Verantwortlichen. Umso wichtiger ist der sorgsame Umgang mit der wichtigsten Ressource in unserer Organisation, dem PERSONAL!!!!

Wir, als GdP und Personalräte werden politische Sicherheitsvorschläge konstruktiv aber auch kritisch begleiten und weiterhin auf Ihr Wohl in unserer Organisation achten. Wir setzen uns für sie ein. Wir sind für Sie da !!

Ich bin mir ganz sicher! Unsere Gesellschaft wird die richtige Balance zwischen Freiheit und Sicherheit finden! Ich bin mir ebenfalls ganz sicher, dass unsere Mitglieder in der Gewerkschaft der Polizei gut aufgehoben sind!

Ich wünsche Ihnen und Euch ein frohes und glückliches neues Jahr 2017.

Bitte bleiben Sie gesund!
Für die Kreisgruppe Hannover

Michael Ramsay


Themenbereich: Aktuelles, Regionalnews | Drucken

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